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Gastbeitrag: Wasser an Schnüren aufhängen, ein kleiner Einblick in die Besserfresser Produktion.

Aktualisiert: 26. Apr.

Es ist Donnerstagmorgen um 6:00 Uhr, und in der Besserfresser Metzgerei brennt bereits Licht. Heute steht das Schlabbimenü Rind auf dem Programm. Alle Maschinen sind eingerichtet, sämtliche Zutaten wurden am Vortag in 8 Portionen à 50 kg vorbereitet und sind bereit zur Verarbeitung.

Das Fleisch wird gewolft, das Gemüse geblitzt, und anschließend wird alles zusammen mit den "Gewürzen" (so nennen wir in der Produktion alle trockenen Komponenten wie Flohsamenschalen ect.) gemischt. Um 6:30 Uhr treffen meine fleißigen Helfer ein, und wir beginnen, die Fleischmasse in 50g Klötzchen zu portionieren. Diese werden auf Bleche platziert und im Anschluss im Tiefkühler eingefroren.


Alle Abläufe laufen fast automatisch, denn es ist ja immer dasselbe... Nicht ganz, denn wir verarbeiten hier ein Naturprodukt, das nicht immer genau gleich ist. Mal ist das Fleisch etwas fettiger, manchmal das Gemüse etwas flüssiger.


Wer schon einmal unsere BARF Menüs gekauft hat, dem ist vielleicht aufgefallen, dass die Fleischklötzchen nicht immer gleich groß sind. Das liegt nicht daran, dass wir die Vielfalt lieben, sondern kommt in erster Linie daher, dass je nach Masse diese in der Pressform an den Wänden etwas kleben bleibt. Da die Maschine auf Volumen portioniert, werden die Fleischklötzchen dadurch länger bei gleichem Gewicht.

Je nachdem, wie die Produktion läuft, sind wir gegen 11:00 Uhr fertig mit der Produktion. Jetzt noch alles reinigen und gegen Mittag ist es geschafft.


Am Folgetag geht es ums Einpacken. Wir verpacken jeweils 2 kg pro Sack. Die Fleischklötzchen werden der Reihe nach in die Säcke platziert und anschließend vakuumiert. Dies ist sehr zeitaufwendig, spart aber viel Platz im Gefrierschrank unserer Kunden.


Zurück zum Thema Naturprodukt: Für unsere Vierbeiner ist die naturnahe Kost gesund und zeichnet das Besserfresser Futter aus. Aber diese so herzustellen, ohne künstliche Zusatzstoffe und Bindemittel, ist eine ganz andere Herausforderung.

Stichwort "Achtung Spritzgefahr": Man sagt, dass ein Metzger Wasser an Schnüren aufhängen kann. Diese Kunst zu beherrschen könnte sehr rentabel sein ;-)

Scherz beiseite, auch unsere Würste stellen wir aus rein natürlichen Zutaten her. Dies ist nicht immer ganz einfach. Für die Produktion wäre eine cremige Wurstmasse ideal. Nach dem Einkochen sollte diese "Creme" fest, gleichmäßig und nicht zu trocken sein und am besten noch regelmäßig größere Fleischstückchen enthalten. Da die Physik uns hier oft einen Strich durch die Rechnung macht, ist dies eine ziemliche Gratwanderung zwischen "kann ich nicht durch die Maschine lassen" und "Spritzwurst".


Es könnte so einfach sein, ein paar E-Nummer Pulver reinzugeben und alles wäre gut… Dann könnte man noch das Fleisch und Gemüse durch irgendein Abfallprodukt oder einfach Wasser ersetzen, und alle wären glücklich. Die Produktion, der Verkauf, der Kunde… HALT! Was ist mit den Vierbeinern? Die, die das dann essen und verdauen müssen? Okay, zurück zu naturnaher Kost mit unregelmäßigen Fleischklötzchen, Würsten die spritzen, und einem Produktionsleiter, der denkt: "Wenn es einfach wäre, würden es alle machen."


Und nicht vergessen: Wer bei uns einkauft, tut nicht nur seinem Vierbeiner etwas Gutes, sondern unterstützt auch ein kleines Familienunternehmen, das mit Herzblut bei der Sache ist.


Meine Lieblings-Produkte zum Produzieren:


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